Gesellschaft für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

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Mitgliederbrief Nr. 92

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Friedrich Lütge-Preis 2015 für Dr. Matthias Schmelzer

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Den Friedrich Lütge Preis 2015 erhielt Dr. Matthias Schmelzer für seine Dissertation "The hegemony of growth. The making and remaking of the economic growth paradigm and the OECD". Gegenstand ist zum einen die Institutionengeschichte der OEEC/OECD: Gründung, Organisation, Arbeits- und Funktionsweise. Zum anderen werden die Entstehung des modernen Wachstumsbegriffs seit den 1930er Jahren sowie die Herausbildung, Strukturen und Wirkungsweisen internationaler wissenschaftlicher Beratung untersucht. Das zeitliche Schwergewicht liegt auf den Jahren von 1949 bis 1974. Der Verfasser analysiert die Entstehung von Wachstum als universalem Maßstab ökonomischer Entwicklung und die Wachstumskonkurrenz zwischen West und Ost nach dem Zweiten Weltkrieg in realwirtschaftlicher Hinsicht wie bezüglich der Wachstumsziele und -politik. Er arbeitet heraus, dass es seit den 1960er Jahren auch wachstumskritische Töne in der OECD gab und stellt eine neue Deutung der Ölpreiskrise 1973/74 vor: Sie sei nicht der Beginn von Wachstumspessimismus gewesen, sondern Katalysator für den erneuten Bedeutungsgewinn des Wachstumsparadigmas.

Mit der Auszeichnung würdigt unsere Gesellschaft eine herausragende Forschungsleistung und macht auf wichtige neue Entwicklungen im Fach aufmerksam. Die Studie ruht auf breiter Archivbasis (OECD-Paris und weitere Archive). Über die historische Analyse hinaus ist sie von großer Aktualität, beispielsweise was den Rückgriff auf Erfahrung mit dem Marshallplan anlangt. Sie ist eine Pionierstudie, die - transnational ausgerichtet - die Pfadabhängigkeit von Definition und Messung von Wachstum, die Rolle und Funktionsweise internationaler Experten und Beratungsgremien und damit auch Ziele, Wirkungen und Funktionsweise einer internationalen Organisation herausarbeitet, die über soft power strategies ein hohes Maß an nachhaltiger Wirkung erzielte und weiter erzielt.

Die Dissertation entstand an der Viadrina (Frankfurt/Oder) im Rahmen des Doktorandenkollegs "Transformations in Global Governance. Europe and the World Order in Historical Perspective" und wurde dort von Alexander Nützenadel betreut. Der Verfasser arbeitet jetzt am Paul Bairoch Institute of Economic History der Universität Genf. Die Publikation der Studie ist bei Cambridge University Press angekündigt.

 


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